Pflege & Gesundheit
Krankengeld
Krankengeld ersetzt Einkommen bei längerer Arbeitsunfähigkeit. Es beträgt 70 Prozent des beitragspflichtigen Bruttoeinkommens, höchstens 90 Prozent des Nettoentgelts; 2026 liegt das tägliche Brutto-Höchstkrankengeld bei 135,63 Euro.
Kurzorientierung
Nächster sinnvoller Schritt
AU-Nachweise lückenlos halten und Krankenkasse früh kontaktieren.
Wichtig
Lücken in der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung können den Anspruch gefährden.
In einfachen Worten
Krankengeld kurz erklärt
Krankengeld ersetzt Einkommen bei längerer Arbeitsunfähigkeit. Es beträgt 70 Prozent des beitragspflichtigen Bruttoeinkommens, höchstens 90 Prozent des Nettoentgelts; 2026 liegt das tägliche Brutto-Höchstkrankengeld bei 135,63 Euro.
- Was jetzt wichtig ist: AU-Nachweise lückenlos halten und Krankenkasse früh kontaktieren.
- Worauf Sie achten sollten: Lücken in der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung können den Anspruch gefährden.
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Passender Assistent
Pflegeleistungs-Assistent
Der Assistent führt Schritt für Schritt durch typische Angaben und erstellt am Ende eine Übersicht mit passenden Leistungen und Checkliste.
Krankengeld ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Es greift typischerweise, wenn Beschäftigte länger arbeitsunfähig sind und die Entgeltfortzahlung des Arbeitgebers endet.
Stand dieser Seite: 27.04.2026. Höhe und Dauer wurden gegen SGB V und die Sozialversicherungsrechengrößen 2026 geprüft.
Kurzcheck
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wer kann Krankengeld bekommen? | Gesetzlich Versicherte mit Krankengeldanspruch, wenn Krankheit arbeitsunfähig macht oder stationäre Behandlung/Reha nötig ist. |
| Worum geht es? | Lohnersatzleistung bei längerer Arbeitsunfähigkeit. |
| Wie hoch ist die Leistung? | 70 Prozent des regelmäßigen beitragspflichtigen Bruttoentgelts, höchstens 90 Prozent des Nettoentgelts; 2026 maximal 135,63 Euro brutto pro Kalendertag vor Abzügen. |
| Wo stellt man den Antrag? | Bei der gesetzlichen Krankenkasse; Arbeitsunfähigkeitsnachweise müssen lückenlos vorliegen. |
| Wird Einkommen angerechnet? | Grundlage ist das beitragspflichtige Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen; beitragspflichtige Einmalzahlungen werden nach Regeln berücksichtigt. |
| Ist die Leistung kombinierbar? | Übergänge zu Reha, Arbeitslosengeld oder Erwerbsminderungsrente müssen koordiniert werden; Doppelzahlungen können verrechnet werden. |
| Wie oft prüfen? | Monatlich und bei jeder AU-Verlängerung. |
Wer hat Anspruch?
Anspruch kann bestehen, wenn:
- eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung mit Krankengeldanspruch besteht;
- eine Krankheit arbeitsunfähig macht oder stationäre Krankenhausbehandlung, Vorsorge oder Reha zulasten der Krankenkasse erfolgt;
- keine gesetzliche Ausschlussregel greift;
- die Arbeitsunfähigkeit lückenlos nachgewiesen wird.
Arbeitnehmer erhalten in den ersten sechs Wochen einer Krankheit regelmäßig Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber. Krankengeld wird danach relevant. Familienversicherte, viele Studierende und bestimmte andere Gruppen haben keinen eigenen Krankengeldanspruch. Selbstständige brauchen in der gesetzlichen Krankenversicherung einen passenden Krankengeldanspruch, etwa über Wahlerklärung oder Wahltarif.
Wie viel Geld gibt es?
| Berechnungspunkt | Wert 2026 |
|---|---|
| Grundregel | 70 Prozent des regelmäßigen Bruttoentgelts |
| Obergrenze | höchstens 90 Prozent des Nettoentgelts |
| Beitragsbemessungsgrenze Krankenversicherung | 5.812,50 Euro monatlich |
| Höchstbetrag vor Sozialversicherungsabzügen | 135,63 Euro pro Kalendertag |
| Zahlung pro vollem Kalendermonat | 30 Kalendertage |
| Höchstdauer wegen derselben Krankheit | 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren |
Vom Krankengeld werden in vielen Fällen noch Arbeitnehmeranteile zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abgezogen. Die Auszahlung kann deshalb niedriger sein als der Brutto-Krankengeldbetrag.
Was wird angerechnet?
Für die Berechnung zählt das regelmäßige beitragspflichtige Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen. Einmalzahlungen werden nach den gesetzlichen Regeln einbezogen, wenn sie beitragspflichtig waren.
Andere Lohnersatzleistungen, Renten oder Reha-Leistungen können den Krankengeldanspruch beeinflussen. Bei Übergängen zur Erwerbsminderungsrente, zu Arbeitslosengeld oder zu Übergangsgeld sollte die Krankenkasse den Zeitraum sauber abgrenzen.
Antrag stellen
| Schritt | Was tun? |
|---|---|
| 1 | Arbeitsunfähigkeit ärztlich feststellen lassen. |
| 2 | Sicherstellen, dass eAU oder Bescheinigung lückenlos bei Krankenkasse und Arbeitgeber ankommt. |
| 3 | Nach Ende der Entgeltfortzahlung Kontakt zur Krankenkasse halten. |
| 4 | Einkommensdaten prüfen, die Arbeitgeber oder Versicherte melden. |
| 5 | Bescheid und Zahlungsbeginn prüfen; bei Problemen Widerspruch einlegen. |
Fristen
Die wichtigste Frist ist die lückenlose Feststellung der Arbeitsunfähigkeit. Zwischen zwei Bescheinigungen darf kein ungeklärter Tag entstehen. Bei eAU entbindet die elektronische Übermittlung nicht davon, rechtzeitig zum Arzt zu gehen.
Krankengeld wegen derselben Krankheit ist auf 78 Wochen innerhalb von drei Jahren begrenzt. Diese Zeit läuft ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit; Zeiten der Entgeltfortzahlung zählen in die Blockfristlogik hinein. Gegen Krankenkassenbescheide gilt regelmäßig eine Widerspruchsfrist von einem Monat.
Kombinierbar mit
Angrenzende Seiten im Leistungsatlas: Gesundheit, Pflege und Behinderung, Erwerbsminderungsrente, Grundsicherung im Alter, Prozesskostenhilfe. Eine Kombination bedeutet nicht automatisch, dass alle Beträge voll behalten werden dürfen. Entscheidend sind Anrechnung, Vorrang, Antragstermin und Zweckbindung.
Häufige Fehler
- AU-Verlängerung erst nach Ablauf der vorherigen Bescheinigung holen.
- Annehmen, dass eAU alle Pflichten erledigt.
- Selbstständige ohne Krankengeldanspruch versichern.
- Höchstdauer von 78 Wochen mit 78 Wochen Auszahlung nach Entgeltfortzahlung verwechseln.
- Renten- oder Reha-Anträge ignorieren, wenn die Krankenkasse dazu auffordert.
FAQ
Wie hoch ist Krankengeld 2026 maximal?
Die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung beträgt 2026 monatlich 5.812,50 Euro. Daraus ergibt sich ein rechnerisches Höchstkrankengeld von 135,63 Euro brutto pro Kalendertag vor Sozialversicherungsabzügen.
Bekomme ich Krankengeld schon in den ersten sechs Wochen?
Arbeitnehmer erhalten bei derselben Krankheit zunächst meist Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber. Krankengeld wird typischerweise danach gezahlt, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Wie lange bekomme ich Krankengeld?
Wegen derselben Krankheit höchstens 78 Wochen innerhalb einer dreijährigen Blockfrist. Hinzukommende Krankheiten während derselben Arbeitsunfähigkeit verlängern diese Höchstdauer nicht automatisch.
Was passiert bei einer Lücke in der Arbeitsunfähigkeit?
Eine Lücke kann dazu führen, dass der Anspruch ruht oder verloren geht. Deshalb sollten Folgebescheinigungen immer rechtzeitig gesichert werden.
Quellen/Prüfstand
Diese Seite wurde am 27.04.2026 gegen amtliche Quellen geprüft. Einzelne Krankenkassenabläufe, eAU-Probleme und Statusfragen bei Selbstständigen sind Einzelfälle.
- BMG Krankengeld: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/krankengeld
- BMG Beiträge und Beitragsbemessungsgrenzen 2026: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/beitraege.html
- § 44 SGB V Anspruch: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__44.html
- § 47 SGB V Höhe und Berechnung: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__47.html
- § 48 SGB V Dauer: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__48.html